Hamburg deine Schifffahrt oder die Unfähigkeit von Politikern

Vorab muss man wissen Überlandkanäle wie der Nord-Ostsee-Kanal sind rechtlich Bundesstrassen, ergo ist der Bund zuständig wenn es um Instandhaltung oder anders geht.

Wie man schon sicher erraten hat geht es um den Kiel Canal, wie der Nord-Ostsee-Kanal international
genannt wird.

Über ein Woche war eine der weltweit wichtigsten, künstlichen angelegten Schifffahrtswege gesperrt. Jahre wurden die Schleusen nach dem Motto genutzt, wird schon schiefgehen oder wir haben Glück und alles bleibt heil. Nun jedes Material hat irgendwann Verschleißerscheinungen und es wurde auch immer wieder von verschiedenen Firmen gewarnt. Doch das wollte niemand hören in Berlin, den der Kiele Canal ist ja weit weg und das Thema ist auch nicht besonders interessant. So hörte man auch nichts in den Nachrichten über den Nord-Ostsee-Kanal auf der Verkehrsminsterkonferenz, wundert das noch jemanden? Mich wundert es nicht, den es wird ja nur noch mit hektischen Aktionsmus regiert.

Doch kommen wir zurück. Was für Folgen ergeben sich für die Norddeutschen Bundesländer?

Hamburg wird auf Dauer sicher einen Niedergang seines Hafens erleben, auch wenn die Schleusen zur Zeit wieder arbeiten. So bleiben sie doch gerade immer noch ein Provisorium, eine Ausschreibung für den Bau der neuen Schleusen soll es schon gegeben haben. Leider hatten wir bis heute Abend keine Rückmeldung von Bundesverkehrsministerium erhalten. Ich persönlich vermute das viel Schifffahrtsunternehmen erstmal lieber Rotterdam anfahren werden und dann wenn er gerade in Funktion ist den Kiel Canal.

Schleswig-Holstein wird wesentlich weniger Schiffe erleben, welche Folgen dort zu erwarten sind, ist mir leider aktuell nicht bekannt.

Bremen/Niedersachsen werden auf Dauer mit Wilhelmshaven den Hafen der Superlative haben. Tide-unabhängige 16,5 Meter Tiefgang das ist top on the Rocks. Übrigens das Jade-Fahrwasser ist 18 Meter tief.

So jetzt noch ein bißchen Geschichte des Nord-Ostsee-Kanals:

Der Kanal wurde ursprünglich nicht aus wirtschaftlichen Gründen gebaut, sondern aus militärischen Gründen, die Kaiserliche Marine sollte nicht unter den Kanonen der Dänen fahren. Es gab sogar ein Sektsteuer um den Bau zu finanzieren. Doch schon schnell waren die Schleusen mit 125 Meter und 22 Meter breite zu klein. 1914 wurden dann in Brunsbüttel und in Kiel-Holtenau Doppelschleusen eingebaut mit einer Länge von 310 Meter und 42 Meter Breite.

Und um genau diese schleusen geht es fast 100 Jahre haben sie jetzt gearbeitet, wurden geflickt und irgendwie immer instand gehalten. Doch mit einem Alter von 99 Jahren möchte jeder dann mal in Rente gehen, oder?

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